Seit mehr als 200 Jahren gehört der Verlag Philipp von Zabern zum Stadtbild von Mainz. Ebenso lange schon liegt ihm natürlich die Mainzer Stadtgeschichte ganz besonders am Herzen. Das 1.000-jährige Jubiläum des Mainzer Doms ist deshalb ein willkommener Anlass die Geschichte seiner Heimatstadt in den Vordergrund zu stellen.
Der Mainzer Dom ist als Bischofskirche der geistliche Mittelpunkt des Bistums Mainz mit seinen rund 790.000 Katholiken. Seit über 1.000 Jahren versammeln sich dort die Gläubigen der Stadt und der gesamten Diözese mit dem Mainzer Bischof und dem Domkapitel, um Zeugnis zu geben für ihren Glauben. Im Dom finden unter anderem die Weihen von Bischöfen, Priestern und Diakonen statt, ebenso die Beauftragung von Religionslehrerinnen und -lehrern sowie die Sendung von Pastoral- und Gemeindereferenten. Darüber hinaus werden im Dom auch geistliche Konzerte und öffentliche Vorträge veranstaltet. Zudem ist der Mainzer Dom Grabstätte der Mainzer Bischöfe und Erzbischöfe.
Noch bis zum 15. November feiert das Bistum Mainz das 1.000-jährige Jubiläum der Vollendung des Mainzer Domes unter Erzbischof Willigis (975-1011). Das Jubiläum steht unter dem Leitwort „Denn der Tempel Gottes ist heilig - und das seid ihr“ (1 Kor 3,17) aus dem ersten Korintherbrief. Zu den Höhepunkten im Jubiläumsjahr zählt die Pontifikalvesper am Sonntag, 11. Oktober, im Mainzer Dom, bei dem der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Leh-mann, einen Festvortrag halten wird. Zu diesem Gottesdienst wird auch Bundespräsident Horst Köhler zu Gast in Mainz sein. Der Festakt wird vom SWR live übertragen. Im Laufe des Oktober und November wird es noch Geistliche Domführungen sowie Konzerte in der Reihe „Stunde der Kirchenmusik“ geben, bevor am Sonntag, 15. November, um 10.00 Uhr ein Pontifikalamt mit Kardinal Lehmann das Domjubiläum beschließt. Am Tag zuvor findet der Abschluss der Solidaritätsaktion „Eine Million Sterne – damit Kinder leben“ des Caritasverbands für die Diözese Mainz statt. Die Caritas will mit der Aktion auf die Situation armer Kinder in Deutschland aufmerksam machen.
Begonnen hatte das Jubiläumsjahr am 1. Februar dieses Jahres. Wichtige Ereignisse des Jubi-läumsjahres waren die Übergabe der Sonderbriefmarke der Deutschen Post zum Domjubi-läum an Kardinal Lehmann im August. Ende August fand zudem ein „Wochenende der Dombauhütten“ statt, in dessen Rahmen ein Modell des Willigis-Doms vorgestellt wurde. Darüber hinaus fanden im Laufe des Jubiläumsjahres Veranstaltungen für verschiedene Zielgruppen aus dem Bistum Mainz statt: So beispielsweise ein „Tag der Kindertagesstätten“, ein „Tag der Pastoralen Räte“, ein „Tag der Erstkommunionkinder“ oder ein „Tag der Religions-lehrer“. Zudem wurden zahlreiche Führungen, Konzerte, Vorträge und Lesungen veranstaltet. Die Chöre am Mainzer Dom etablierten außerdem eigens die Konzertreihe „1.000 Jahre Kirchenmusik – Stunde der Kirchenmusik“.
Unter Erzbischof Willigis (975-1011) wurde bald nach dessen Amtsantritt im Jahr 975 mit dem Bau des Mainzer Domes begonnen. Vorbild für den Bau war Alt-St. Peter in Rom. Nachdem der Dom fertig gestellt war, wurde er am 29. bzw. am 30. August 1009 durch einen Brand vernichtet. Der Fertigstellung dieses Baus wird beim diesjährigen Domjubiläum gedacht. Es ist allerdings nicht eindeutig überliefert, ob der Dom vor dem Niederbrennen bereits eingeweiht war oder nicht. Erzbischof Bardo (1031-1051), der dritte Nachfolger von Erzbischof Willigis, vollendete den Wiederaufbau des Mainzer Domes und weihte ihn am 10. November 1036 ein. Kardinal Lehmann hatte bei der Vorstellung des Jubiläumsprogramms Anfang Dezember 2008 darauf hingewiesen, dass das Domjubiläum in Verbindung mit dem Baubeginn im Jahr 975 unter Erzbischof Willigis und dem endgültigen Abschluss der Bauarbeiten und der feierlichen Weihe im Jahr 1036 unter Erzbischof Bardo gesehen werden müsse.
- A. Matschak (Bischöfliche Pressestelle Mainz) -
