
77 neue Wortgeschichten
Ja, die Wörter sprechen; man muß sie nur fragen. Dann zeigt sich zum Beispiel, daß im »Clown« ein dummer Bauerntölpel und im »Strolch« ein schlauer »Astrologe« steckt, daß der »Tourist« aus einer griechischen Drechslerwerkstatt kommt und das »Porzellan« aus einem römischen Saustall, daß hinter der »Rakete« ein Spinn-»Rocken« steht und hinter dem »Kanzler« ein Lattenzaun, daß im »Atelier« die Späne fliegen und die alte Königin Berenike auf jeder »Vernissage« Ehrengast ist.
Die zuerst 1996 vorgelegte Sammlung von 77 Wortgeschichten erscheint in dieser dritten, durchgesehenen Auflage erstmals in einer Buchhandelsausgabe.
Die Auswahl macht die Würze des Bandes aus und zudem die elegante essayistische Darstellungsweise, die sich gern zu Aus- und Seitenblicken herbeiläßt…Wer gern den nicht selten verzwickten Wegen des Kulturaustauschs nachspürt, von denen unsere Sprache zeugt, …oder wer bisweilen plötzlich stutzt und sich über die Lautgestalt und Bedeutung eines Wortes wundert: Sprachfreunde dieser Art kommen bei Bartels auf ihre Rechnung. [Frankfurter Allgemeine Zeitung]

Prof. Dr. Klaus Bartels, Klassischer Philologe, ist einer der tätigsten Vermittler der antiken Kultur. Für seine jahrzehntelang laufenden Kolumnen in großen deutschsprachigen Tageszeitungen (»Streiflichter aus der Antike«, »Wortgeschichten«) und für seine Standardwerke »Veni, vidi, vici« und »Roms sprechende Steine« wurde er 2004 mit dem Preis der Stiftung für Abendländische Ethik und Kultur ausgezeichnet.