
Am Beginn des 1. Jhs. v. Chr. wurden die beiden großen Heiligtümer der Stadt Uruk, das Bit Res und das Irigal, von einer Brandkatastrophe heimgesucht, bei der nicht nur die kultischen Einrichtungen den Flammen zum Opfer fielen, sondern auch die innerhalb der Gebäude gelegenen Archive. Erstaunlicherweise trug das Feuer jedoch dazu bei, daß sich ein großer Teil der archivierten Schriftstücke erhalten hat: Weil zahlreiche Dokumente in Keilschrift auf Tontafeln geschrieben waren und beim Brand gehärtet wurden, konnten sie die Jahrtausende bis zu ihrer Auffindung überdauern. Sogar von den auf Pergament geschriebenen Urkunden wurden Überreste gefunden, da diese Dokumente mit Tonbullen versiegelt waren.
Die Texte der Keilschrifttafeln gewähren einen detaillierten Einblick in das kultische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben des hellenistischen Uruk.