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Das Alexandermosaik aus der Casa del Fauno zählt zu den bekanntesten Antiken überhaupt. In Form eines zweikampfähnlichen Schlachtenszenarios bietet es eine Epochenwende im Bild – Alexander und seine Makedonen vernichten das orientalische Achämenidenreich und begründen die Herrschaft des Griechentums über den Osten und den Orient. Die Forschung hat das gewaltige Geschehen seit Goethes Tagen ungewöhnlich einhellig beurteilt und das wohl gegen 100 v. Chr. verlegte Mosaik als Kopie eines verloren gegangenen Gemäldes eingestuft. Selbst die Datierung des Originals gegen 300 v. Chr. schien so unstreitig, daß man mitunter sogar wagte, Maler wie Auftraggeber zu benennen. Allein die Schlacht verursacht bis heute Probleme: handelt es sich nun um Issos (333), um Gaugamela (331) oder am Ende um eine eher anonyme »Perserschlacht«? / Angesichts dieses geballten Konsenses kann nicht verwundern, daß man Waffen, Zaumzeuge und Trachtformen geradezu als antiquarisches Kompendium der Alexanderzeit betrachtete, ohne die historische Stimmigkeit der Realien gewissenhaft zu hinterfragen. Auch die zahllosen kompositionellen Unstimmigkeiten wurden eher großzügig übergangen.