
Der Regierungsbezirk Kassel, annähernd identisch mit dem frühen Kurfürstentum Hessen, umfaßt den Raum, der sich unmittelbar an das vom Limes umschlossene Gebiet von Wetterau und Taunus anschließt.
Mit seinen 167 Einzel- und Streufunden zeigt der nordhessische Raum eine relativ geringe Funddichte an römischem Material, wie sie für alle nicht-römischen Gebiete Germaniens kennzeichnend ist. Hervorgehoben seien die 20 römischen Goldmünzen, die eine auffällige Häufung im Großraum um den Hohen Meißner und in der Beckenlandschaft um Fritzlar, Kassel und Hofgeismar bilden. Neben den Einzelfunden verdienen die sechs Münzschätze, darunter der große keltische Schatz von Mardorf (Kreis Marburg) die Aufmerksamkeit des Numismatikers. Mit der Vorlage der Fundmünzen des Regierungsbezirks Kassel steht jetzt der gesamte hessische Raum für eine numismatische, geld- und wirtschaftsgeschichtliche Auswertung bereit. Darüber hinaus liegt nun im Rahmen des Werkes »Die Fundmünzen der römischen Zeit in Deutschland« eine flächendeckende numismatische Funddokumentation für den gesamten rechtsrheinischen Bereich Deutschlands vor.