
Zur Götterangleichung hellenistischer Herrscher
Eine qualitätvolle Bronzestatuette in rheinischem Privatbesitz, die sich durch eine ungewöhnliche Kombination von griechischen und ägyptischen Götterattributen auszeichnet, war der Anlaß für eine Untersuchung des Phänomens hellenistischer Herrscherbildnisse mit Götterattributen. Dabei hat sich eine Reihe von neuen Gesichtspunkten und Erkenntnissen ergeben, die eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Stück in einem größeren Kontext rechtfertigen.
Dem Phänomen der Wiedergabe von hellenistischen Herrschern mit Götterattributen sind in der Forschung der letzten Jahrzehnte verschiedene Einzeluntersuchungen gewidmet worden, bei denen sich herausstellte, daß sich hinter einer größeren Anzahl von in idealer Nacktheit wiedergegebenen Bronze- und Terrakottastatuetten, die aufgrund ihrer Attribute zunächst als Götterbilder angesehen wurden, hellenistische Herrscherporträts verbergen.