
Ausgrabungen 1880-1916 und 1987-1991
Das Reita-Heiligtum in Este ist die bedeutendste Kultstätte des antiken Venetiens. Es wurde nach dem in Weihinschriften vorkommenden Namen der Göttin Reitia benannt. Die ersten Funde innerhalb des Reitia-Heiligtums wurden zufällig entdeckt, als man im Jahre 1880 auf dem Grundstück von Luigi Baratella in der Gemarkung Deserto, an der Straße Este-Solesino, einen Graben aushob. Wie im gesamten nördlichen Etrurien ist für das Reitia-Heiligtum in Este das Überwiegen von bronzenen Weihegaben charakteristisch. Bei diesen Bronzen handelt es sich um ca. 130 Bronzestatuetten, über 700 figuralverzierte Bleche und mindestens 50 gut erhaltene Inschriften. Diese Zahlenangaben sind umso beeindruckender, wenn man sie mit der jüngst festgestellten Fundverteilung der benachbarten Regionen vergleicht.
Es wird deutlich, daß Este im Laufe des 4. und während des gesamten 3. Jh. v. Chr. langsam eine lebendige, unabhängige einheimische Produktion von kleinen Bronzeplastiken entwickelte.