
Dieses Zitat von Agatha Christie kann man nicht nur auf die Menschen längst vergessener Kulturen beziehen, sondern genauso gut auf diejenigen frühen Wissenschaftler, die sich ab dem 18./19. Jh. daran machten, die Überreste eben jener antiken Stätten wieder ans Licht zu bringen. Auch ihr Alltag ist für uns Heutige überaus spannend und interessant – glücklicherweise haben die meisten dieser Wissenschaftler umfangreiche Aufzeichnungen hinterlassen.
Gerade in der Frühzeit der Archäologie bedeutet Ausgraben zugleich auch Abenteuer, war man (und nicht selten auch frau!) dafür allein oder mit nur wenigen Mitarbeitern in fernen Ländern unterwegs, wo einem nicht nur die völlig anderen Klimabedingungen, sondern auch die oftmals „skeptische“ örtliche Bevölkerung das Leben schwer machen konnten. Doch diese Archäologen gruben nicht nur aus, sie hielten ihre Erlebnisse auch schriftlich fest – in offiziellen oder privaten Grabungstagebüchern, in zillionen von Briefen an die Lieben daheim (beziehungsweise die Geldgeber wo auch immer) oder in bunten Vorberichten für die heimische „Antiquitätenzeitung“.
So bekommen wir Nachgeborenen noch heute ein lebhaftes Bild vom Reisen und Graben im 19. Jahrhundert, das uns neugierig macht auf mehr. 40 Kurzbiografien von frühen Archäologinnen und Archäologen sind in diesem Buch versammelt, die natürlich niemals erschöpfend sein können, aber doch alle Interessierten zum Weiterlesen ermuntern, denn gerade was die Geschichte der Archäologie betrifft, ist noch Vieles zu Erkunden. Und auch die Rolle der Frau im damaligen Wissenschaftsbetrieb wird heutigen Leserinnen einiges an „Futter“ bieten aus Zeiten, bevor so etwas wie eine „Frauenquote“ überhaupt existierte. Ich wünsche daher besonders allen Leserinnen viel Freude mit den Lebensgeschichten – und seien Sie versichert, zur Gehirnerweichung führt auch ausgiebiges und mehrmaliges Lesen nicht, wie im 19. Jahrhundert noch behauptet wurde!
– aro – 08/09