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Hamburger Wissenschaftler interpretieren Forschungsergebnisse neu

Warum starb Tutanchamun?

Tuts Vorkammer
Totenmaske des Tutanchamun (Foto: Myke Reeve/Quelle: Wikimedia).

Das Rätsel um den Tod des berühmten Pharao schien gelöst – an Malaria soll er gestorben sein wie Wissenschaftler im Februar meldeten. Nun hat ein Forscherteam am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg neue Erkenntnisse veröffentlicht, gemäß denen eine erbliche Blutkrankheit der Todesbringer war. Und somit ist eine langgeführte Diskussion neu angeheizt...

Oberschenkelbruch, Blutvergiftung, Fettleibigkeit und Mord waren in der Vergangenheit als Ursachen für den frühen Tod des Tutanchamun im Gespräch. Nach einer zehnjährigen Regierungszeit, im Alter von nur 19 Jahren, ereilte den Pharao sein Schicksal und beendete seine Karriere auf dem Thron. Tutanchamun lebte vor rund 3300 Jahren, in der Epoche des Neuen Reiches, und gehörte einer der mächtigsten Pharaonenfamilien an. Über das Leben des jungen Herrschers gewannen die Archäologen zahlreiche Hinweise aus seinem Grab, das 1922 von Howard Carter im Tal der Könige in intaktem Zustand entdeckt wurde.

Zuletzt untersuchten zu Beginn diesen Jahres Forscher um den Generalsekretär der ägyptischen Altertumsverwaltung Zahi Hawass die Mumie des Tutanchamun und konstatierten dem Pharao einen Tod bedingt durch Malaria in Kombination mit der Köhlerschen Knochenkrankheit: Zu diesem Schluss kamen die Forscher nachdem sie Gen-Abschnitte eines Malariaparasiten nachweisen konnten. Unter Zuhilfenahme computertomographischer Aufnahmen fanden sie des Weiteren Knochengendefekte und zwei verkürzte Mittelfußknochen, die für eine Identifizierung mit der Köhlerschen Knochenkrankheit sprechen. Die DNA–Analysen lieferten außerdem neue Erkenntnisse über die Familienverhältnisse des Regenten: Sein Vater, so bestätigen die Tests, war der ebenfalls berühmte Pharao Echnaton.

Hamburger Mediziner des Bernhard-Nocht-Institus für Tropenmedizin (BNI) liefern nun neuen Zündstoff für die Forschungskontroverse. Christian Meyer und Christian Timmann vom BNI halten eine Erbkrankheit für die wahrscheinlichere Todesursache. Die beiden Wissenschaftler gehen von den selben Untersuchungsergebnissen wie Hawass aus, doch deuten sie diese anders, indem sie bisher unbeachtete Aspekte berücksichtigen. So seien die Anhaltspunkte, die für eine Köhlersche Knochenkrankheit sprechen, ebenso mit der Sichelzellkrankheit vereinbar. Im Zuge dieser Erkrankung nehmen rote Blutzellen unter bestimmten Bedingungen die Form einer Sichel an und verschließen so die Blutgefäße, weshalb die Sauerstoffversorgung der Organe nicht mehr gewährleistet werden kann. Außerdem können unter Umständen Knochenschädigungen hervorgerufen werden. Die Hamburger Forscher betonen ferner, dass Malaria als Todesursache meist nur bei Kindern auftritt, erheblich seltener hingegen bei Erwachsenen oder jungen Erwachsenen. Das Rätsel um die Todesumstände des jungen Pharao ist also noch nicht gelöst, könnte aber laut der Hamburger Wissenschaftler durch weitere DNA-Tests aufgeklärt werden – wir sind gespannt.

 

-AW–Redaktion-

 

 

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