Verlag Philipp von Zabern


Museen im World Wide Web

Virtual Museum of Iraq

Tuts Vorkammer
Museen in aller Welt stellt die ANTIKE WELT ihren Lesern in jeder Ausgabe vor – im Internet präsentieren wir Ihnen nun Museen im World Wide Web. Den Anfang macht das „Virtual Museum of Iraq“ (Foto: wikipedia/Zzztriple2000).

Museen in aller Welt stellt die ANTIKE WELT ihren Lesern in jeder Ausgabe vor – im Internet präsentieren wir Ihnen nun Museen im World Wide Web. Den Anfang macht das „Virtual Museum of Iraq“.
Im Internet öffnet es seine Pforten und lädt ein zu einem virtuellen Rundgang durch die spannende Geschichte des Zweistromlands. Neben zahlreichen Fundstücken, die es zu bestaunen gilt, erwacht am Computer, Babylonien wieder zum Leben und das Ischtar-Tor scheint zum Greifen nah – ein Museumsbesuch der besonderen Art!

Heutzutage ist es durch die Vielfalt von abertausenden Museen weltweit, trotz Billigflügen unmöglich auch nur einen Bruchteil davon zu besuchen.  Lokale, nahe gelegene Museen, hat man bald besucht, im Urlaub nimmt man sich gerne einmal Zeit und widmet sich der Kultur eines Landes. Doch wer bekommt schon die Möglichkeit im fernen Bagdad, das irakische Nationalmuseum zu besuchen? – Jeder!

Denn seit Juni vergangenen Jahres bietet ein italienisches Projekt, jedem Internetnutzer die Möglichkeit, mit nur zwei Klicks in die spannende Geschichte des Zweistromlandes einzutauchen.
Das Virtual Museum of Iraq öffnet seine Pforten im World Wide Web und macht das jahrtausendalte Kulturgut nun aller Welt zugänglich. Nach einem kurzen Intro findet sich der interessierte Besucher direkt in der Haupthalle des Museums wieder.

Drei kleinere Einschränkungen gibt es leider dennoch, denn um das Museum besuchen zu können, werden gute Englischkenntnisse, sowie ein Adobe Flash Player und ein Quicktime Plug-In benötigt. Doch diese beiden Installationen, sofern noch nicht vorhanden, können mit ein paar Klicks schnell erledigt werden – die Links hierzu finden sich auf der Startseite des Museums.

Hat man diese drei kleinen Hürden überwunden, steht einem Museumsbesuch der besonderen Art nichts mehr im Wege:

Nach der Entscheidung für eine der Hallen – von der Frühgeschichte bis zum Islam – betritt man einen virtuellen Raum voller zahlreicher Ausstellungsstücke. Mit einem Klick auf eines der Fundstücke, kann man sich dieses sofort näher betrachten, detailierte Informationen darüber erhalten oder sogar Videos dazu ansehen – gerade Letztere machen das Museum einzigartig.

Denn mit 3D-Animationen die ganz Babylon, mit dem Ischtar-Tor und dem Turm zu Babel so wie weitere historische Bauwerke aus verschiedenen Epochen, wieder zum Leben erwachen lassen, wird nicht gespart. In kurzen, rund dreiminütigen Videos taucht der Besucher immer wieder ein, in die Geschichte der Sumerer, Babylonier und Assyrer.

Doch nicht nur Städte leben wieder auf, auch einige der Fundstücke wurden dreidimensional digitalisiert, Fundorte nachgebaut und interessante historische Hintergrundinformationen vermittelt. So bietet die Sumerian Hall bei dem Ausstellungsstück Cuneiform Tablet in einem interessanten Video, einen Überblick über die „Geburt“ der Schrift.

Neben Videos und Ausstellungsstücken weist jede Halle noch historische und geografische Hintergrundinformationen in Form einer Karte  und einer Zeitleiste auf. Passende Hintergrundmusik zu jeder Epoche macht die Atmosphäre dabei noch stimmungsvoller.

Das „Virtual Museum of Iraq“ ist in jedem Fall einen Besuch wert, denn auch wenn so mancher einen realen Museumsbesuch vorzieht, sollte man diesem Projekt eine Chance geben, gerade weil der Besuch des echten „Iraq Museum“ sich nicht immer ganz so einfach gestaltet.

- Andreas Müller  -


Über zahlreiche archäologische Funde, weitere Neuigkeiten und aktuelle Politik historisch betrachtet, berichtet Andreas Müller auf www.history-blog.at.