
Schuhe, Schuhe, Schuhe! Der besonderen Beziehung des Menschen zu seiner Fußbekleidung widmet sich die Ausstellung "schuhtick", die bis zum 11. April 2010 im Überseemuseum Bremen gezeigt wird. Um Ihnen einen Vorgeschmack auf die Exponate der Schau zu geben, präsentieren wir Ihnen jede Woche ein neues Objekt der (Schuh-)Begierde:
Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837-1898), Sissi genannt, unterwarf sich ungern Modezwängen. Am liebsten trug sie bequeme und zweckdienliche Schuhe. Gemäß dem am Wiener Hof herrschenden spanischen Hofzeremoniell hatte Sissi zu jedem offiziellen Anlass ein neu gefertigtes Paar Schuhe zu tragen. Da zu dieser Zeit Schuhe über einen Leisten gefertigt wurden, d.h. der rechte und linke Schuh identisch waren, mussten neue Schuhe erst eingetragen werden, damit sie passten. Für Sissi, die gerne zu Fuß ging, war dies eine Unannehmlichkeit, der sie sich – zum besonderen Unmut ihrer Schwiegermutter Sophie – des Öfteren erfolgreich widersetzte. Da die getragenen Schuhe der Hierarchie am Hof folgend an die Bediensteten verschenkt wurden, war auch das Hofpersonal verärgert, da es nun leer ausging.
Noch heute gibt es das Schimpfwort „Einläufer“ in Österreich, das auf die Sitte bei Hof zurückgeht, dass Adelige häufig einen Bediensteten besaßen, der ihre Schuhe einlief. Die Besonderheit dieser Person bestand darin, die richtige Schuhgröße zu besitzen.