Verlag Philipp von Zabern


Ein Blick in die Ausstellung "schuhtick"

Schuhe von der Wiege bis zur Bahre

Tuts Vorkammer
Brautschuhe um 1910 (Foto: Museum und Archiv, Pirmasens).

Schuhe, Schuhe, Schuhe! Der besonderen Beziehung des Menschen zu seiner Fußbekleidung widmet sich die Ausstellung "schuhtick", die bis zum 11. April 2010 im Überseemuseum Bremen gezeigt wird. Um Ihnen einen Vorgeschmack auf die Exponate der Schau zu geben, präsentieren wir Ihnen jede Woche ein neues Objekt der (Schuh-)Begierde:

Schuhe „erden“ uns ein ganzes Leben lang. Sie tragen uns schützend durchs Leben und bewahren uns vor Verletzungen. In verschiedenen Lebensstationen spielen Schuhe eine wichtige Rolle und zahlreiche Bräuche und Rituale drehen sich um die Fußbekleidung.

Die ersten Laufschuhe eines Kindes sind etwas ganz Besonderes. In ihnen macht es die ersten Schritte und erobert seine Welt. Seit dem 19. Jh. ließen Eltern die Schuhe ihrer Kinder mit Kupfer, Silber oder Gold überziehen, um sie als Talisman zu bewahren. Noch heute hängen solche Schuhe manchmal am Autorückspiegel und sollen so den Insassen eine sichere Fahrt gewähren.

Auch in Liebesdingen haben Schuhe eine besondere Bewandtnis. Im 17. und 18. Jh. zeigten Verliebte ihre Zuneigung, indem sie sich mit Pralinen gefüllte Porzellanschuhe schenkten, und zahlreiche Hochzeitsbräuche drehen sich um den Schuh: Trinkt der Bräutigam etwa aus dem Brautschuh, steht dies für die Verbundenheit des Paares und die Besiegelung der Ehe. Und so lange man den Brautschuh aufbewahrt, so lange hält die Ehe.

Auf der letzten Reise sollten Schuhe dem Toten eine Erleichterung im Jenseits verschaffen. Bestimmte Schuhe stellte man eigens für das Begräbnis her, z. B. solche mit bestickten oder bemalten Sohlen, die im Leben nicht alltagstauglich gewesen wären.