
Am Harzhorn bei Kalefeld (Kreis Northeim, Niedersachsen) kam jetzt ein römisch-germanisches Schlachtfel ans Tageslicht.
Rund 600 Funde dokumentieren ein heftiges Kampfgeschehen. Nach bisherigem Kenntnisstand dürfte das Gefecht im späten 2. oder in der 1. Hälfte des 3. Jhs. n. Chr. stattgefunden haben. Offenbar hatten germanische Kämpfer das Harzhorn, einen Pass am Harz, besetzt. Mit einem wahren "Trommelfeuer" kämpften sich römische Truppen, die mit Tross unterwegs waren, den Weg frei. Von dem massiven Beschuss der germanischen der germanischen Stellungen zeugen etliche Geschoss-, Speer-, und dreiflügelige Pfeilspitzen.
Die sog. "Hipposandale", ein spezieller Hufschutz für Pferde und Maultiere, wird nach Erkenntnissen der Archäologen nur von der römischen Armee verwendet. (Foto: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, C. S. Fuchs).
Den bislang sichersten und frühesten Datierungshinweis gibt eine Münze des Kaisers Commodus (180–192 n. Chr.). Die Archäologen vor Ort bringen die Kampfhandlungen mit den Kriegszügen unter Maximinus Thrax (235 n. Chr.) in Verbindung, möglich erscheint jedoch auch eine Datierung in das Jahr 213 n. Chr. und damit in die Regierungszeit Caracallas. Viele vorerst noch offene Fragen, etwa, warum die Germanen das verlassene Schlachtfeld nicht systematisch geplündert haben – und wie groß die römische Truppe war, sollen weitere Grabungen klären.
-Dr. Peter Kracht-
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