Verlag Philipp von Zabern


Sonderausstellung „Wasserwelten. Badekultur und Technik“

Kostbare Leihgaben im Landesmuseum angekommen

Tuts Vorkammer
Was uns später in der Ausstellung begeistert und neues Wissen aufzeigt, will vorher sorgfältig vorbereitet sein. Mit ruhiger Hand gestaltet Frau Schreiber vom Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg die Vitrinen zur neuen Sonderausstellung "Wasserwelten. Badekultur und Technik", die nun eröffnet wurde (Foto: Landesmuseum Natur und Mensch, Oldenburg).

Spannend sollen Ausstellungen sein und viele einzigartige Exponate zeigen; nicht zu vergessen, eine große Themenvielfalt bieten, die ein breites Publikum ins Haus zieht.
So soll auch die Sonderausstellung „Wasserwelten“, in deren Mittelpunkt die Badekultur und Wassertechnik von der Antike bis ins Mittelalter steht, etwas Besonderes sein.

Und, das ist sie auch, dank der zahlreichen faszinierenden Objekte, die dem Landesmuseum Natur und Mensch von Museen, Sammlungen und Bibliotheken zur Verfügung gestellt wurden. Metallgegenstände aus der Islamischen Welt, Steinreliefs aus dem ägyptischen Kulturraum oder bunte Glasgefäße aus der Römischen Kaiserzeit zieren bis zum 17. Oktober 2010 die Sonderausstellungsfläche des Museums in Oldenburg.

Ohne Frage sind vor der endgültigen Präsentation eine Vielzahl logistischer und organisatorischer Richtlinien zu beachten – ein Kunsttransport regelt die Lieferung ins Haus, klimatische Bedingungen müssen eingehalten werden und durch Profihand werden die Stücke in den Vitrinen montiert.

„Nicht selten unternehmen die Exponate eine lange Reise quer durch Deutschland, denn nicht immer haben wir so ein Glück, kostbare Keramiken aus antiker Zeit wie Schale und Lekythos aus einem Museum am Ort zu erhalten“, weiß Restauratorin Eva Schreiber zu berichten. Sie betreut den Aufbau der Ausstellung und sorgt für optimale Bedingungen für jede Art von Material.

Doch, warum wird dieser große Aufwand betrieben und Fundobjekte auch aus weiter Entfernung ausgeliehen? Wenn ein Ausstellungsthema entsteht, ist es wichtig, einzelne Schwerpunkte festzulegen, die aufeinander aufbauen, miteinander verbunden sind und sich ergänzen. Würden die Inhalte dann nur auf Texten und Tafeln präsentiert, wäre es nur allzu schnell langweilig für die Besucherinnen und Besucher. Mit den Exponaten kann eine Ausstellung somit eine Bildsprache nutzen, denn jedes einzelne Stück besitzt eine ganz bestimmte Aussagekraft in der gesamten Schau.

Die Götterdarstellungen aus den frühen Kulturen Ägypten zeigen z. B. sehr anschaulich, wie sehr der Mensch sich schon vor 3.000 Jahren mit dem Element Wasser beschäftigt hat. Luxuriöse Glasflakons römischer Zeit belegen einen extravaganten Geschmack im Bade oder kleinteilige Bauanleitungen unterstreichen den technischen Fortschritt im arabischen Raum. Jedes Objekt für sich steht für einen speziellen, bewusst ausgewählten Inhalt.

Für diese Sonderausstellung wurden über 100 Stücke zusammengetragen. Auf zwei Etagen ausgestellt, geben sie Einblicke in die Wellness-Kultur gestern wie heute.