Verlag Philipp von Zabern


Archäologische Kunstschätze und politische Konflikte

Keine Rückkehr möglich!

Tuts Vorkammer
Zahlreiche Objekte aus dem Gazastreifen können ihre Heimreise aus Oldenburg nicht antreten. Der schwelende Nahost-Konflikt gefährdet eine sichere Unterbringung vor Ort.

Nicht selten gerät die Archäologie auch in den Brennpunkt politischer Auseinandersetzungen - sei es, dass ihre Ergebnisse zu Propagandazwecken missbraucht werden, oder die Rückgabe historischer Objekte gefordert wird. Neu ist jedoch, dass genau das Gegenteil geschieht: Auf Bitten palästinensischer Experten werden die Exponate aus der Oldenburger Gaza-Ausstellung nicht "nach Hause" geschickt:

Der Gazastreifen ist ein gefährliches Pflaster – auch für Kunstschätze. Der Rücktransport der Exponate, die bis Anfang April im Landesmuseum Natur und Mensch–Oldenburg zu sehen waren, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Über 300 Objekte wurden in der Ausstellung «Gaza – Brücke zwischen Kulturen. 6000 Jahre Geschichte» gezeigt, die das dynamische Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen im Laufe der 6000–jährigen Geschichte Gazas dokumentierten. In der Freihandelszone Genf haben die Ausstellungsstücke nun im Kunsthistorischen Museum einen vorläufigen Unterschlupf gefunden, da die Palästinensische Antikenverwaltung den Transport in ihre Heimat für zu gefährlich eingestuft hat. Befürchtet wird, dass die Exponate zwischen die Fronten der Israelis und der islamischen Hamas geraten und zerstört werden könnten.