Verlag Philipp von Zabern


Eine archäologische Sonderausstellung von großer kultureller Vielfalt

GAZA – Brücke zwischen Kulturen. 6.000 Jahre Geschichte

Tuts Vorkammer
Ausbesserungsarbeiten an einem Mosaik für die Ausstellung "GAZA – Brücke zwischen Kulturen. 6.000 Jahre Geschichte" (Foto: Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg)

Gaza war einst Knotenpunkt der Handels- und Karawanenwege aus Mesopotamien, dem persischen Golf und Südarabien. In der ersten archäologischen Ausstellung über Gaza in Deutschland gibt das Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg nun vom 31. Januar bis 5. April 2010 interessante und informative Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Landstrichs.

Weit reichen die Spuren menschlichen Wirkens im Gazastreifen zurück – die ersten Siedlungsreste datieren in die zweite Hälfte des 5. Jts. v. Chr. Bald schon existierten in diesem fruchtbaren Gebiet Kulturen mit einem hohen Maß an Mobilität und weit reichenden Handelskontakten. Gaza wurde zum Knotenpunkt des Handels- und Karawanenwege aus Mesopotamien, dem persischen Golf und Südarabien. Nicht zuletzt war dieser Landstrich dadurch auch Umschlagplatz für Produkte aus dem Orient auf ihrem Weg in den Mittelmeerraum.

Die archäologischen Hinterlassenschaften zeugen weiterhin von einer Kultur, die durch ein Neben- und Miteinander vorderasiatischer, ägyptischer, griechisch-römischer und orientalischer Einflüsse geprägt ist. Es zeichnet sich eine kulturelle Diversität ab, die über Jahrhunderte hinweg erhalten bleibt und ein hohes Maß an Toleranz beweist. So blieb das christliche Leben von der islamischen Eroberung nahezu unbehelligt; die neuen Herrscher brachten neue kulturelle und soziale Institutionen ins Land, erbauten Moscheen, Universitäten, Schulen, Krankenhäuser und vieles mehr.
 
Diese Ausstellung, die sich mit der Kulturgeschichte im Gazastreifen von den Anfängen bis in die Neuzeit beschäftigt, ist mehr als die historische Darstellung eines bewegten Landstriches dieser Welt. Sie zeigt markante Beispiele eines reichen und vielfältigen kulturellen Erbes, das ohne Zweifel durch schwere Zeiten gegangen ist.
Das Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg bietet nun erstmals in Deutschland überhaupt die Gelegenheit, sich über die kulturhistorische Vergangenheit des Gazastreifens zu informieren.

Die Schau, über zwei Etagen auf 750 m2 präsentiert, umfasst 350 hochkarätige Exponate aus allen Zeiten und Kulturen. Zu den Highlights zählen dabei Feinkeramik aus griechischer, Marmorskulpturen aus römischer oder Kapitelle aus byzantinischer Zeit. Zudem, und das zeichnet dieses einmalige Projekt besonders aus, steht diese Ausstellung unter der Schirmherrschaft der UNESCO.

Für die Leihgaben dankt das Museum dem Privatsammler Jawdat Khoudary aus Gaza sowie der Palästinensischen Antikenverwaltung (Département des Antiquités et du Patrimoine culturel palestinien) in Ramallah.

- Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg -

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