Verlag Philipp von Zabern


Ein Ausflug zu den römischen Gottheiten in Walheim

Fremde Götter

Tuts Vorkammer
Blick in die Ausstellung im Römerhaus Walheim (Foto: Markus Lorch).

Jupiter, Juno und Minerva so hießen die wichtigsten Götter der Römer. Ihnen wurden in Rom mächtige Tempel geweiht. Die Götter spielten eine große Rolle im täglichen Leben der Menschen. Nach dem damaligen Glauben griffen diese aktiv auf die großen und kleinen Geschicke ein. Um die vielen verschiedenen Gottheiten milde zu stimmen befolgten die Römer ein strenges Zeremoniell...

Auch in den von den Römern verwalteten germanischen Provinzen entstand vielschichtiges religiöses Leben mit vielen unterschiedlichen Einflüssen. Ein 2009 in Walheim in den Resten der römischen Siedlung entdeckter Weihestein der Maesama, einer bisher unbekannten keltischen Göttin, gibt nun den Archäologen einen neuen Einblick in die religiösen Vorstellungen jener Zeit am Rande des römischen Imperiums. Mit der Expansion des römischen Reiches kamen mit den Legionären die mediterranen Bräuche zuerst nach Gallien und später auch nach Germanien. Dort vermischten sich lokale Traditionen der Kelten und Germanen zu neuen so genannten gallorömischen Kulten. Auch die Bevölkerung der kleinen römischen Siedlung am mittleren Neckar, auf deren antiken Überresten das moderne Walheim entstand, lebte in diesem Spannungsfeld zwischen der neuen römischen Religion und alten keltischen Traditionen.

Weihestein

Weihestein für die keltische Göttin Maesama (Foto: Markus Lorch).

So ist es auch nicht verwunderlich, dass der neu entdeckte Weihestein der keltischen Göttin Maesama gewidmet ist und als Stifter einen Mann mit römischen Namen nennt. Bisher ist dieser Votivstein der einzige Nachweis der Göttin und der Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung im Römerhaus. Neben dem Weihestein ist zudem eine Vielzahl an religiösen Funden des römischen Walheims zu sehen, die auf eine rege Kulttradition mit vielen Facetten schließen lässt. Besonders hervorzuheben sind eine Reihe kunstvoll aus Stein gemeißelte Götterstatuetten, die von den Archäologen in einem Brunnen hinter dem Römerhaus entdeckt wurden. Wie sie dorthin gekommen sind ist unklar. Entweder wurden sie von den Römern bei ihrem Abzug aus Walheim um 260 n. Chr. dort deponiert, um sie vor den ankommenden Alemannen zu verstecken, oder sie wurden eben von diesen Germanen in den Brunnen geworfen, um die Macht der römischen Götter endgültig zu beenden. Die Häufung der Funde an diesem Ort könnte sogar für einen heiligen Bezirk in Walheim sprechen. In der Ausstellung sind aber auch Objekte zu sehen, die für eine ganz persönliche Beziehung der Menschen zu ihren Göttern stehen.

 

Wer die Ausstellung im Römerhaus Walheim besuchen möchte, kann dies noch bis zum 10. August 2010 tun.

 

Kontakt:

Museum Römerhaus
Römerstraße 16
74399 Walheim

www.roemerhaus.com

 

Anfahrt:

Von der A81 (Ausfahrt Mundelsheim) nach Besigheim fahren, von Besigheim auf die B27 Richtung Walheim, dort der Beschilderung “Römerhaus Walheim” folgen.

 

Öffnungszeiten:

Das Römerhaus ist von April bis Oktober samstags zwischen 14 und 18 Uhr und an Sonn- und Feiertagen zwischen 10 und  18 Uhr geöffnet.

 

Eintrittspreise:

Der Eintritt beträgt 2 € bzw. ermäßigt 1 €.