
Mit einer einzigartigen Sonderausstellung leistete das Landesmuseum Natur und Mensch einen Beitrag zu dem besonderen Jahr „Oldenburg – Stadt der Wissenschaft 2009“: Die Geschichte der Naturwissenschaften beleuchtete die Meilensteine verschiedenster Disziplinen – von den frühesten Anfängen bis in die abenteuerliche Welt neuzeitlicher Salons.
Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft sind wesentlich durch wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Innovationen geprägt. Alles kein moderner Zeitgeist, sondern schon immer Themen, welche die Welt beweg(t)en!
In der großen Ausstellung beherrschen Astronomie, Mathematik, Ingenieurskunst, Physik, Chemie, Pharmazie, Biologie und Mathematik das Weltgeschehen. Zentren großer Entdeckungen und die Wege von Austausch und Vernetzung sind die Schauplätze: Wissensgesellschaften im Alten Ägypten und Mesopotamien; die klassische Antike und ihr Rückgriff auf fundierte Erkenntnisse babylonischer Zeit; Byzanz und die arabische Welt als Bewahrer antiken Wissens und als Nährboden kreativer, eigenständiger Forschungen; oder nicht zuletzt der Aufbruch in eine neue Welt der Forschungen in Europa des 16. Jhs.
Die Schlaglichter dieser Ausstellung:
Lebendige Inszenierungen schaffen atemberaubende Kulissen historischer Wissenschaftsstätten – z. B. Alexandria um 300 v. Chr. oder Bagdad im 11. Jh. vor dem Hintergrund großzügiger Förderung durch die islamischen Herrscher.
Abschließend, doch nicht ohne einen Blick in die Zukunft, führt die Ausstellung in die abenteuerliche Welt der neuzeitlichen Salons. In ihnen wurde lebhaft und mit großer Neugier experimentiert.
So sehr Praxis und Theorie in den Naturwissenschaften untrennbar miteinander verbunden sind, so setzt auch diese Präsentation auf die Vielfalt des Themas. Es geht nicht nur um großer Erfindungen und ihre Entdecker, sondern gleichrangig auch um den gesellschaftlichen, kulturellen, religiösen wie politischen Hintergrund.
Kostbare Manuskripte, Keilschrifttafeln, Inkunabeln, astronomische und medizinische Instrumente, frühe Automaten sowie nutzbare Rekonstruktionen historischer Apparaturen machten den Besuch der Sonderausstellung „Ex oriente lux? Wege zur neuzeitlichen Wissenschaft“ zu einem nachhaltigen und besonderen Erlebnis.
Wissenswertes zu Vorbereitung, Exponaten und Technik
Mehr als 1 ½ Jahre hat das wissenschaftliche Team unter der Leitung von Herrn Prof. Fansa die Ausstellung konzeptioniert und in regelmäßigen Sitzungen mit einem wissenschaftlichen Beirat beraten. Entstanden ist eine einmalige Zusammenstellung der Disziplinen Medizin, Pharmazie, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Astronomie.
Die Ausstellung umfasst 350 Exponate, entliehen von insgesamt 87 Leihgebern aus Museen, Bibliotheken und Sammlungen des In- und Auslands. Zudem haben 47 Autoren an dem umfassenden Begleitkatalog, der im Verlag Philipp von Zabern erschienen ist, mitgewirkt.
Auf einer Fläche von 850 m2 war die Sonderausstellung, die ausschließlich in Oldenburg gezeigt wurde, da sie aufgrund der zahlreichen hochkarätigen Originale nicht als Wanderausstellung ausgerichtet werden konnte, drei Monate zu sehen. Als besonderen Standort hat das Landesmuseum Natur und Mensch das Augusteum gewählt; nicht aufgrund einer etwas größeren Ausstellungsfläche als sie dem eigenen Haus zur Verfügung steht, sondern aufgrund der idealen Voraussetzung, auf zwei Etagen „Raum-in-Raum-Kulissen“ gestalten zu können.
Dem Besucher standen viele verschiedene Vermittlungswege in der Ausstellung zur Verfügung; der Rundgang allein, eine Führung oder mit einer Hörführung. Verschiedene interaktive Stationen sowie multimediale Inszenierungen unterstützen die Vermittlung zusätzlich.
Als besonderes Highlight zählt die Ausstellung „Ex oriente lux?“ zu den Preisträgern des bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“. Eingebunden in die Tagung zur Ausstellung am 22. Januar 2010 zeichnete Holger Jorek von der Deutschen Bank Oldenburg die kulturgeschichtliche Schau als „Ausgewählten Ort 2010“ aus. Damit ist das Projekt Teil der größten Veranstaltungsreihe Deutschlands, die bereits im fünften Jahr von der Deutschen Bank und der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler durchgeführt wird.
- Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg -