Verlag Philipp von Zabern


Welchen Weg nahm die moderne Wissenschaft?

Ex Oriente lux?

Tuts Vorkammer
Fresko: Galileo (Ausstellung: Ex oriente lux?, Oldenburg)

Für die neue Sonderausstellung „Ex oriente lux? Wege zur neuzeitlichen Forschung“ - ab 18. Oktober 2009 - haben sich die Ausstellungsmacher des Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg eine ganz besondere Aufgabe gestellt: Die Geschichte der modernen naturwissenschaftlichen Forschung von der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit darzustellen, wobei neben der langjährigen Erfahrung im Themengebiet vor allem die vielen hochkarätigen Exponate aus ganz Europa zum Gelingen beitragen werden.

Das Landesmuseum Natur und Mensch hat sich, nach Beendigung seiner Umgestaltung nach modernen didaktischen, ästhetischen und interdisziplinären Ansätzen, im Bereich der Sonderausstellungen mit gesellschaftlichen, politischen und historischen Themen, als relevant für die Gegenwart zu erweisen.

Mit der Ausstellung „Rad und Wagen. Der Ursprung einer Innovation. Wagen im Vorderen Orient und Europa“ hat das Museum das Thema des Kulturaustauschs zwischen Orient und Okzident erstmals aufgegriffen.
Die Ausstellungen „Saladin und die Kreuzfahrer“ und „Kaiser Friedrich II. (1194-1250). Welt und Kultur des Mittelmeerraums“ folgtem diesem Weg und hatten zum Ziel, der interessierten Bevölkerung den Dialog zwischen Orient und Europa im Hohen Mittelalters aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu visualisieren und aufzuzeigen.

Mit der Präsentation „Die Kunst der frühen Christen in Syrien“ hatten wir die Absicht, die erste Phase der Verbreitung der christlichen Kunst im Vorderen Orient und ihren Einfluss auf den europäischen Raum aus kunsthistorischer und architektonischer Sicht zu zeigen.
Im Rahmen der Ausstellung „Entwicklungsgeschichte der Fabeln in Orient und Okzident“ wurde eine Literaturgattung behandelt, die den Einfluss des Orients auf die Literatur in Europa in unterschiedlichen Sprachen sichtbar gemacht hat.

Mit der Ausstellung „Ex oriente lux? Wege zur neuzeitlichen Wissenschaft“ möchten wir die Entwicklung der naturwissenschaftlichen Disziplinen, ihren Ursprung im Orient und ihre Wege bis nach Mitteleuropa in musealer Form präsentieren. Mit dieser Ausstellung wird zum ersten Mal in Deutschland das Thema „Geschichte der Naturwissenschaft“ in dieser Form präsentiert und für das Publikum zugänglich gemacht.

Der vermeintliche Gegensatz zwischen Orient und Okzident sitzt tief. Doch Kulturen entwickeln sich nicht unabhängig voneinander, denn waren auch die Begegnungen zwischen Ost und West nicht immer frei von kriegerischen Auseinandersetzungen, so ist die Beziehung zwischen den Kulturen im Orient und Europa seit über 1000 Jahren doch auch geprägt von wissenschaftlichem, gesellschaftlichem und kulturellem Austausch, dessen Folgen bis heute prägend sind.

Das Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg fühlt sich diesem interkulturellen Bildungsauftrag in hohem Maße verpflichtet. Ziel der Ausstellung „Ex oriente lux?...“ ist es daher, den Blick auf das gemeinsame Erbe zu richten und den Einfluss des vorderasiatischen Kulturkreises auf die inzwischen als genovil im mittel- und westeuropäischen Raum wahrgenommene Naturwissenschaft herauszustellen.

Mit der Ausstellung „Ex oriente lux? Wege zur neuzeitlichen Wissenschaft“ möchten wir ausgewählte Themen aus der Geschichte der Naturwissenschaft in ihrem Ursprung und ihrer Entwicklung von den frühen Anfängen in Mesopothamien und im alten Ägypten, über die klassische Antike und das europäische Mittelalter, unter Berücksichtigung der Blütezeit der arabisch-islamischen Wissenschaften und deren Rezeption in Europa bis an das Ende der Aufklärung präsentieren und in musealer Form vermitteln. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf die Einordnung in den jeweiligen Kontext, die Räume in denen Wissenschaft gepflegt wurde, gelegt. Denn die Geschichte der Naturwissenschaft ist mehr als nur die Geschichte größerer Erfindungen und Erfinder. So werden exemplarisch fünf Zentren der Wissenschaft vorgestellt und ein Einblick in die gesellschaftlichen, philosophischen, religiösen, wirtschaftlichen und politischen Umstände gewährt, unter denen naturwissenschaftliche Forschung betrieben wurde.

Die Fünf Räume der Wissenschaft

Es ist uns gelungen, für die Ausstellung hochkarätige Objekte aus Museen, Archiven und Bibliotheken aus Europa zu bekommen und für sieben naturwissenschaftliche Disziplinen (Medizin, Pharmazie, Chemie, Physik, Mathematik, Vermessung, Ingenieurwesen) die geschichtliche Entwicklung darzustellen.

In der Stadt Alexandria hat es als erster Stadt in der Geschichte der Wissenschaft nachgewiesenermaßen eine Bibliothek gegeben.

Die zweite dargestellte Stadt ist Bagdad, das die islamischen-arabischen Wissenschaftserkenntnisse durch Übersetzung des Wissen der Antike nach Europa vermittelt hat.

Die dritte Station sind die Städte Cordoba und Toledo. Dort fanden die ersten großen Übersetzungen aus dem Arabischen ins Lateinische statt, welche in der Folge das naturwissenschaftliche europäische Wissen stark beeinflusst haben.

Die Zeit der Renaissance wird mit Florenz und Oberitalien demonstriert. Sie zeigt Leonardo da Vinci und andere Forscher, die die Basis für die moderne Entwicklung in Europa gelegt haben.

Die letzte Stadt ist Paris, ein Symbol der Zeit der Aufklärung und Zentrum der Naturwissenschaften.

- M. Fansa, Oldenburg -

 

http://www.ex-oriente-lux.naturundmensch.de/