Verlag Philipp von Zabern


Ein Blick in die Ausstellung "schuhtick"

Eine Frage des Stollens - Fußballschuhe

Tuts Vorkammer
Fußballschuhe von Jürgen Klinsmann von der Fußball-WM 1998 in Frankreich (Foto: Deutsches Sport & Olympia Museum, Köln).

Schuhe, Schuhe, Schuhe! Der besonderen Beziehung des Menschen zu seiner Fußbekleidung widmet sich die Ausstellung "schuhtick", die bis zum 11. April 2010 im Überseemuseum Bremen gezeigt wird. Um Ihnen einen Vorgeschmack auf die Exponate der Schau zu geben, präsentieren wir Ihnen jede Woche ein neues Objekt der (Schuh-)Begierde:

Seit seinen Pioniertagen hat sich die Form und Machart des Fußballschuhs stark verändert. Von England kommend breitete sich der Fußballsport um 1900 aus, wobei die ersten Kicker die Spielfelder noch in ganz gewöhnlichen Schnürstiefeln betraten. Wegen der damals üblichen schweren Bälle verstärkte man diese Stiefel mit aufgenähten Lederstücken, die Knöchel, Rist und Spitze schützen sollten. Bald setzten sich Stiefel durch, deren Sohlen mit Metallbeschlägen oder Lederstollen versehen waren. Diese Errungenschaft machte die Stiefel zwar rutschfester, führte aber beim Kampf um den Ball oft zu schweren Verletzungen. Ein großer Entwicklungsschritt war die Erfindung der auswechselbaren Schraubstollen. Diese Erfindung wurde lange Zeit Adolf Dassler, dem Gründer der Firma Adidas, zugeschrieben.

Ausgerüstet mit Schraubstollenschuhen der Marke Adidas reiste die deutsche Nationalmannschaft 1954 zum WM-Turnier in die Schweiz. In einem grandiosen Finale gelang das "Wunder von Bern" - Deutschland wurde zum ersten Mal in der Geschichte Fußball-Weltmeister. Doch bereits fünf Jahre früher, im Jahr 1949, hatte der Blumenthaler Schuhmachermeister Alexander Salot ein Patent auf „Fußballstiefel mit auswechselbaren Gleitstollen“ angemeldet. Mit diesen Fußballschuhen errang der Blumenthaler SV dreimal in Folge den Bremer Meistertitel.

Heute sind nicht nur die Stollen variabel. Der 2004 entwickelte „F50“ besteht aus drei auswechselbaren Modulen - Schaft, Chassis und Stollen - die individuell verwendet und je nach Witterungsbedingungen ausgetauscht werden können.