Verlag Philipp von Zabern


Ein Blick in die Ausstellung "schuhtick"

Doc Martens – Ein Arbeiterschuh macht Karriere

Tuts Vorkammer
Doc Martens für Kinder mit der charakteristischen gelben Steppnaht

Schuhe, Schuhe, Schuhe! Der besonderen Beziehung des Menschen zu seiner Fußbekleidung widmet sich die Ausstellung "schuhtick", die bis zum 11. April 2010 im Überseemuseum Bremen gezeigt wird. Um Ihnen einen Vorgeschmack auf die Exponate der Schau zu geben, präsentieren wir Ihnen jede Woche ein neues Objekt der (Schuh-)Begierde:

Schuhe sind mehr als nur Schutz und Schmuck unserer Füße. Schuhe senden Botschaften und sind ein Kommunikationsmittel. Modell, Form, Material, Farbe und Verzierungen von Schuhen verdeutlichen häufig Rang oder Amt ihres Trägers. Sie spiegeln seine wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung bzw. seine politische oder religiöse Einstellung wider. Während die europäische Mode bis zur Französischen Revolution von den herrschenden Gesellschaftsschichten bestimmt wurde, ging sie im 20. Jh. auch den entgegengesetzten Weg: Nicht mehr die Oberschicht diktierte die Mode, sondern Jugendbewegungen setzten Trends – auch in der Fußbekleidung.

Bereits 1946 erfand der bayrische Arzt Dr. Klaus Maertens eine mit Luftkammern versehene Schuhsohle. 1959 erwarb der britische Schuhhersteller R. Griggs & Co. dieses Patent und verkaufte den hochwertigen Arbeitsschuh sowohl an die Armee als auch an die Polizei, die Post und die Müllabfuhr. Bei diesen „Air Wairs“ handelt es sich um rahmengenähte Boots, die mit einer Sicherheitsstahlkappe versehen waren.

Die „Doc Martens“ mit ihrer charakteristischen gelben Steppnaht wurden zum Kennzeichen der englischen Skinheads und später zum Symbol der Punkbewegung.

1986 zeigte die Modezeitschrift Vogue „Girlies“ mit roten „Docs“ zu Miniröcken – ein deutliches Zeichen dafür, dass diese Schuhe ihren Protestcharakter zu dieser Zeit längst verloren hatten.