Verlag Philipp von Zabern


Interview mit dem Autor und berühmten Ägyptologen Zahi Hawass

Die verbotenen Gräber in Theben

Tuts Vorkammer

Prof. Dr. Zahi Hawass, seit 2002 Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung, hat nach „Bilder der Unsterblichkeit“ einen neuen Prachtband zu den Schätzen altägyptischer Grabmalerei herausgebracht. Gemeinsam mit dem italienischen Starfotografen Sandro Vannini bietet er einen einmaligen Blick in die „verlorenen“ Grabstätten Thebens. Im Interview spricht er über die Intentionen und Ziele dieses Projekts:

"Lost Tombs of Thebes“ - Die verbotenen Gräber: ein geheimnisvoller Titel. Was steckt dahinter?

"Lost Tombs of Thebes“ ist der Titel der englischen Ausgabe. Die vorgestellten Gräber waren dahingehend „verloren“, als dass 400 Gräber unter den Dörfern am Westufer von Luxor verborgen lagen. Wir haben die dortige Bevölkerung umgesiedelt und nun kommen die Gräber ans Tageslicht. Keines ist jedoch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Fast hundert dieser verlorenen Gräber werden in Ihrem neuen Prachtband "Die verbotenen Gräber in Theben" vorgestellt. Warum werden diese Gräber für Besucher nicht geöffnet, sondern sind nur für Studienzwecke zugänglich?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es unmöglich diese Gräber zu öffnen. Wir graben sie aus, konservieren sie in ihrem jetzigen Zustand und schützen sie somit. Die meisten werden vermutlich nie zugänglich gemacht – möglicherweise nur die schönsten unter ihnen. Würden wir sie jedoch alle zugänglich machen, so würden die Gräber in kürzester Zeit zerstört. Eventuell wird man deshalb hier, wie auch an anderen Orten, ein Rotatiossystem einführen, dass den Besuch einiger Grabkammern erlaubt.

Herr Professor Hawass, Sie sind der einflussreichste und berühmteste Ägyptologe des 3. Jts. Welche Konzepte und Pläne haben Sie, um die herausragenden Artefakte Ägyptens auch für die nächsten Jahrtausende zu bewahren?

Ich habe damit begonnen ein Managementsystem für zahlreiche Stätten in ganz Ägypten einzuführen. Dies beinhaltet Schutzgebiete, Besucherzentren, Touristenrouten und die Konservierung der Objekte. Dieses Programm haben wir bereits für viele Monumente in Ägypten durchführen können – Pharaonischer, Christlicher, Jüdischer und Muslimischer Kultur!