Verlag Philipp von Zabern


Grabmal der Königin Behenu entdeckt

Die Wohnstätte des Todes

Tuts Vorkammer
Pyramide und Totentempel der Behenu aus dem 3. Jt. v. Chr. in Sakkara (Ägypten; Foto: Mission Archéologique Francaise de Saqqâra)

4000 Jahre lang verborgen im ägyptischen Wüstensand: Nun wurde der Sarkophag einer Königsgemahlin gefunden und gibt wichtige Informationen über Bestattungsriten im ausgehenden 2. Jh. des 3. vorchristlichen Jahrtausends preis.

Längst war der Pyramidenkomplex der Behenu aus der 6. Dynastie in Sakkara, 20 km südlich von Kairo, bekannt. Ist doch Sakkara seit der 1. Dynastie (Anfang 3. Jt. v. Chr.) bis in die Spätzeit (Mitte 1. Jt. v. Chr.) als Begräbnisstätte genutzt worden. Nun gelang es französischen Ägyptologen auch die darunter liegende Grabkammer, samt Sarkophag auszugraben. Geplündert und beraubt, wohl schon in der Antike, waren nur wenige Grabbeigaben erhalten, und selbst die Mumie hatte unter den Jahrhunderten stark gelitten.

Doch der Sarkophag und die Grabkammer liefern interessante Erkenntnisse. So wurden von dem Ägyptologen Philippe Collombert und seinen Kollegen von der Mission Archéologique Francaise de Saqqâra an zwei Wänden der Grabkammer, die 5 x 10 m misst, Inschriften entdeckt, die zu den sog. Pyramidentexten gehören; eine Sammlung von altägyptischen Sprüchen, die sich mit der jenseitigen Existenz des verstorbenen Königs beschäftigen, aber keinen einheitlichen Ablauf schildern. Seit diese Sprüche erstmals in der Pyramide des Unas (5. Dynastie) auftauchten, wurden sie in Pyramiden bis in die 8. Dynastie verwendet. So auch in den Pyramiden des Pepi I. und Pepi II. aus der 6. Dynastie. Diese beiden kommen auch als potentielle Ehemänner der Behenu in Frage, doch bisher konnte nicht geklärt werden, mit welchem sie nun wirklich verheiratet war. Allerdings liegt die Pyramide der Behenu näher an der des Pepi I. Die Pyramidensprüche selbst wurden dann auch im Mittleren Reich verwendet, dort indessen auf den Innenseiten der Sarkophage. Der Sarkophag der Behenu ist aus Granit und anhand der Inschrift mit ihrem Namen (bhnw) eindeutig zuweisbar.

In Sakkara hat das Team um Philippe Collombert sieben Pyramiden von Königsgemahlinnen entdeckt. Es bleibt also spannend, was in den nächsten Jahren noch zu Tage gefördert werden wird. Auf jeden Fall vervollständigt sich mit jedem Fund das Verständnis des Alten Ägyptens ein wenig mehr.

 

- AW -

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