
Die italienische Polizei stellt gestohlene Kulturgüter mit einem Gesamtwert von 15 Millionen Euro in Genf sicher und kann diese wieder in das eigene Land überführen. Am Freitag waren die verloren geglaubten Schätze im Kolosseum zu sehen. Zwei Kunsthändler aus Großbritannien und der Schweiz müssen nun mit einer Anzeige wegen Hehlerei rechnen.
Nach zweijähriger Ermittlung gelang es der italienischen Polizei die Operation „Andromeda“ erfolgreich zu beenden und Kunstgegenstände aus z.T. illegalen Grabungen in Lazio, Puglia, Sizilien sowie Sardegna zurück zu gewinnen. Bei den Funden handelt es sich um Marmorstatuen, etruskische Kandelaber und Vasen – u.a. aus der Werkstatt des Darius-Malers sowie des Borgos- und Phentesilea-Malers – Bronzegefäße und Fragmente von Fresken aus Pompeji. Die Datierungen reichen vom 8. Jh. v. Chr. bis in die Römische Kaiserzeit und Guiseppe Proietti, der Superintendent für die archäologischen Stätten in Rom, hält fest, es handelt sich um „eine der wichtigsten Kunstrettungen; es sind Werke von herausragender Qualität.“
Dingfest konnten der britische Kunsthändler Robin Symes, der bereits im Vorfeld bei der Polizei bekannt geworden war, sowie ein Zwischenhändler in Basel gemacht werden. Gemeinsam nutzten sie die Freihandelszone Genf für den illegalen Handel mit gestohlenen Kunstgegenständen. Hier wurden bereits im Dezember 2009 in einem Lager eines wichtigen japanischen Händlers 20.000 archäologische Objekte aus der ganzen Welt beschlagnahmt, darunter befanden sich auch 337 Artefakte von illegalen Grabungen aus Italien. Dank des Japaners, der die Ware auf legalem Weg erworben hatte, und nun keine Besitzansprüche geltend machte, konnten die Kunstgegenstände nun wieder nach Italien gebracht werden. Und so kam es, dass am Freitag überraschte Touristen im Kolosseum die wieder gewonnenen archäologischen Objekte zu sehen bekamen.
Eine Bilderstrecke mit spektakulären Aufnahmen von den Funden im Kolosseum finden Sie hier!
Lesen Sie auch:
Amphore gesucht! - Das LKA bittet um Ihre Mithilfe