
Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit stehen im Mittelpunkt der Landesausstellung Sachsen-Anhalt 2009. Wir zeigen Ihnen an dieser Stelle jede Woche ein neues herausragendes Exponat der Schau:
Die englische Prinzessin Edgith wurde im Jahr 929 mit König Otto dem Großen vermählt und erhielt als Morgengabe den Grenz- und Handelsort Magdeburg. Hier gründete das königliche Paar das Mauritiuskloster, in dem Editha, wie sie von den Magdeburgern heute genannt wird, nach ihrem Tod im Jahr 946 bestattet wurde. Später bettete man sie an die Seite ihres Gemahls in den ottonischen Dom um, aus dem die Gebeine nach dem Dombrand von 1207 geborgen werden konnten.
Zu Ehren der Königin errichtete man im Jahr 1510 ein neues Grabmal im Chorumgang des gotischen Domes. Im Innern dieser Tumba, die während der Forschungsgrabungen des Landesamtes für Archäologie und Denkmalpflege Sachsen-Anhalt und der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt im Magdeburger Dom Ende 2008 untersucht wurde, befand sich der etwa 70 cm lange Bleisarg mit der Inschrift „Die geborgenen Reste der Königin Edith sind in diesem Sarg“. In der Ausstellung wird dieser Sarkophag erstmals der Öffentlichkeit gezeigt, während die sterblichen Überreste untersucht und anschließend im Dom beigesetzt werden.
Bleisarg der Königin Edgith
um 1510
Blei. Höhe 77 cm, Breite 24 cm, Tiefe 22 cm
Halle, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
- Landesausstellung Sachsen-Anhalt 2009 -