
Schuhe, Schuhe, Schuhe! Der besonderen Beziehung des Menschen zu seiner Fußbekleidung widmet sich die Ausstellung "schuhtick", die bis zum 11. April 2010 im Überseemuseum Bremen gezeigt wird. Um Ihnen einen Vorgeschmack auf die Exponate der Schau zu geben, präsentieren wir Ihnen jede Woche ein neues Objekt der (Schuh-)Begierde:
Eine Damenhandtasche am Kardinalsfuß...
Clemens August Graf von Galen (1878 – 1946), Bischof von Münster, erhielt von Papst Pius XII. 1946 seine Ernennung zum Kardinal aufgrund seiner kritischen Haltung gegenüber dem nationalsozialistischen Regime, die ihm den Beinamen „Löwe von Münster“ eintrug. Zum vollständigen Ornat eines Kardinals gehörten u. a. rote Lederschuhe. In den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren war Leder - insbesondere in der Farbe Rot – kaum zu beschaffen. Um dem Kardinal die Blöße eines unvollständigen Ornats zu ersparen, stiftete eine Dame aus Ahlen ihre über den Zweiten Weltkrieg hinweg gerettete rote Lederhandtasche. Ein Ahlener Schuster arbeitete aus der kostbaren Tasche das Oberleder für die Kardinalsschuhe. Nun konnte der Kardinal vollständig ausgestattet sein neues Amt antreten. Da der Kardinal Schuhgröße 48 trug, muss die Handtasche entsprechend groß gewesen sein.
In der Ausstellung erzählen weitere Schuhe aus Feuerwehrschlauch, Autoreifen, Zeltplane, Maisstroh oder anderen Materialien von der Schuhnot und dem Erfindungsreichtum der Menschen in der Nachkriegszeit.