
İstanbul, europäische Kulturhauptstadt 2010, ist seit über zweieinhalbtausend Jahren »Tor zum Orient« für den Westen und »Brücke zum Okzident « für den Osten. Immer wieder war die »Stadt der drei Namen« – Byzanz, später Konstantinopel und heute İstanbul – Schauplatz von Siegen, Niederlagen und Zerstörung. Sie wuchs aber stets wieder auf ein Vielfaches ihrer Größe an. Dabei hat die Metropole am Goldenen Horn bis heute nichts von ihrem Zauber und ihrer Faszination eingebüßt. Neben den Glanzpunkten antiker Baudenkmäler, mittelalterlicher und moderner Architektur wird auch weniger Bekanntes in Bild und Text vorgestellt. Denn auch das orientalische Flair und das bunte Treiben in den Bazaren vereinen Geschichte und Gegenwart.
Wer seinen Urlaub in der bedeutendsten Stadt der Türkei, İstanbul, verbringt braucht sich im Grunde keine Gedanken über Langeweile zu machen. In der angesagten Metropole am Bosporus mit ihren zwischen 12 bis 15 Millionen Einwohnern gibt es für jeden immer etwas zu sehen und zu tun. Neben zahlreichen Glanzpunkten der Architektur – wie etwa dem Topkapı Sarayı, der Hagia Sophia oder der Sultan Ahmed-Moschee –, deren Besichtigung für jeden Besucher der »Kulturhauptstadt Europas 2010« zum Pflichtprogramm gehört, eröffnen sich dem Reisenden in den verschiedenen historischen und modernen Bazaren der Stadt Einblicke in die überaus lebendige und farbenfrohe Welt des Orients, während trendige, in jüngster Zeit teils liebevoll restaurierte Stadteile wie Beyoğlu mit ihren unzähligen Cafés, Musikbars und Restaurants 24 Stunden Unterhaltung à la New York bieten.
Weit geruhsamer – wenngleich nicht weniger attraktiv – erschließen sich die vielfältigen Reize İstanbuls als harmonisches Nebeneinander von Geschichte und Gegenwart bei einer Bootsfahrt über den Bosporus, der Meerenge zwischen Europa und Anatolien, die das Schwarze Meer mit dem weiter südlich gelegenen Marmarameer verbindet. Zu beiden Seiten der rund 30 km langen und bis zu 2,5 km breiten Wasserstraße finden sich neben alten, nahezu vollständig aus Holz gebauten Sommervillen und -residenzen begüterter Osmanen kontrastreich moderne Hotels aus Beton, Stahl und Glas ebenso wie prächtige Marmorpaläste und trutzige Festungen, elegante Wohnviertel und einfache kleine Fischerdörfer. Ein Glanzpunkt herrschaftlicher Architektur ist zweifelsohne der im Ortsteil Beşiktaş gelegene Dolmabahçe-Palast mit seiner überaus aufwendig gestalteten, nicht weniger als 600 m langen Fassade aus weißem Marmor; nicht weniger eindrucksvoll ist der mittlerweile zum 6-Sterne-Hotel umgestaltete Çirağan-Palast unweit südlich der 1973 eröffneten, als Hangebrücke konstruierten Boğaz Köprüsü oder ersten Bosporus-Brücke, die den Bosporus überspannt und so den europäischen mit dem asiatischen Teil der Stadt verbindet. Nördlich der sich am West- und Ostufer unmittelbar gegenüberliegenden Sperrfestungen Anadolu Hisarı (»Anatolische Festung«) und Rumeli Hisarı erreicht man per Schiff die Stadtteile Yeniköy, Tarabya, Kanlıca, Paşabahçe und Sarıyer, die mittlerweile zu den »eleganteren« Bezirken der ständig und vielenorts unkontrolliert wachsenden Millionenstadt zählen. Ein Zwischenstopp hier lohnt sich allemal, zumal zahlreiche der dortigen Cafés und Fischrestaurants vor malerischer Kulisse zur Entspannung und kulinarischen Hochgenüssen laden, fernab vom großstädtischen Treiben.
- Stephan W. E. Blum -
Weitere Informationen zur Kulturhauptstadt Europas 2010 finden Sie auf der offiziellen Website İstanbuls!