
Mumien faszinieren, Mumien erinnern an den Tod und an die scheinbare Überwindung der Vergänglichkeit menschlichen Lebens.
Der Traum vom ewigen Leben spiegelt sich in den Grabriten der Ägypter wider, Eismumien erzählen von ungewöhnlichen klimatischen Bedingungen, die zum Erhalt der Körper führten, die Bestattung in "Bleikellern" hatte die erstaunlich lebensecht wirkende Konservierung der Leichen zur Folge. Der Wissenschaft geben Mumien zahlreiche Einblicke in das Alltagsleben und die Totenriten vergangener Kulturen. Von diesen Ergebnissen der Forschung berichtet die Ausstellung "Mumien - Der Traum vom ewigen Leben":
Fast 200.000 Besucher haben in knapp acht Monaten die Sonderausstellung "Mumien - Der Traum vom ewigen Leben" im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen gesehen. Erstmalig präsentierten die Reiss-Engelhorn-Museen die weltweit größte Mumien-Ausstellung 2007/2008 in Mannheim. Bereits damals stieß die erstmals das Thema in seiner Ganzheit umfassende Ausstellung auf eine enorme Besucherresonanz. Zunächst kontrovers diskutiert, konnten die Reiss-Engelhorn-Museen mit der wissenschaftlich sorgfältig vorbereiteten Ausstellung und der zurückhaltenden Präsentation schließlich die Fachwelt und ein breites Publikum überzeugen. „Die Reiss-Engelhorn-Museen haben sich einer schwierigen Aufgabe und einer damit verbundenen Diskussion gestellt und sind so auch der Verantwortung gegenüber dem Thema von Seiten des Museums nachgekommen.“ so Prof. Dr. Alfried Wieczorek, Leitender Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen, der sich über das große Interesse an „Mumien – Der Traum vom ewigen Leben“ freut. Ein großer Teil der Ausstellung wird ab 17. November 2009 in Kassel zu sehen sein. Ab Juni 2010 tourt sie dann für drei Jahre durch die Vereinigten Staaten.
Das Mannheimer German-Mummy-Project unter der Leitung von Dr. Wilfried Rosendahl von den Reiss-Engelhorn-Museen erforscht seit seiner Gründung 2004 zusammen mit renommierten Kooperationspartnern, wie z.B. Dr. Albert vom Institut für Mumien und den Iceman der Europäischen Akademie in Bozen oder Dr. Frank Rühli vom Swiss-Mummy-Project weltweite Mumienfunde. Dank modernster Forschungsmethoden gewinnen die Wissenschaftler immer wieder neue Erkenntnisse, die auch in die Ausstellungen, wie nun ganz aktuell in Kassel, einfließen.
- W. Rosendahl -